Man sät nur mit dem Herzen gut


Die Brötchentüte am Sonntagmorgen, der Obstkorb, das Gemüsefach, der Futtertrog oder auch der Treibstofftank: Die Landwirtschaft schafft die Voraussetzungen dafür, dass all das immer gut gefüllt ist. Denn die wertvollen Rohstoffe wie zum Beispiel Getreide oder Mais wachsen auf unseren Feldern. Darum gehen wir verantwortungsbewusst mit ihnen um: jeden Tag, bei jedem Wetter. Wir machen Pflanzenbau. Mit richtig viel Herz.

Schulterblick: So macht's Bauer Brüggemeier


Zahlen, Bitte!


73 Hektar – eine Fläche von 105 Fußballfeldern –
werden pro Tag für Siedlungs- und Verkehrsflächen zubetoniert und
gehen für die Ernährung verloren.

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Der Boden ist unsere Lebensgrundlage.
Bis zu 25 Prozent des Masseanteils im Boden machen Tiere aus. Die Bodenfruchtbarkeit zu fördern
ist die wichtigste Aufgabe des Ackerbauern.

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Während Löhne und Brotpreise kontinuierlich steigen, bleiben Weizenpreise unverändert.

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Auf den Punkt gebracht


In Nordrhein-Westfalen werden über 1 Million Hektar als Ackerland genutzt. Hinzu kommen knapp 400.000 Hektar Grünland, die überwiegend im Rahmen der Milchviehhaltung verwendet werden. Auf rund der Hälfte der Ackerfläche bauen die heimischen Bauern Getreide an. Es wird vorrangig als Brotgetreide und als Bestandteil von Viehfutter genutzt. Auf etwas mehr als einem Viertel der Fläche wächst Mais. Er dient als Futter für Rinder und Schweine und in geringerem Umfang als Rohstoff für Biogasanlagen. Auf dem restlichen Viertel der Ackerfläche erzeugen die Bauern u. a. Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Gemüse und Erdbeeren. (Quelle: www.landwirtschaftskammer.de/wir/zahlen/)

Hohe Ernteerträge beruhen auf dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Eine Rolle spielen die klimatischen Verhältnisse, zum Beispiel ausreichend Niederschläge, die Fruchtbarkeit des Bodens, das verwendete Saatgut, die verfügbaren Nährstoffe, der Schutz der Kulturpflanzen vor Schädlingen und die Ausbildung des Landwirts.

1960 erntete ein Landwirt von seinem Weizenacker rund 3,3 Tonnen Getreide. Heute sind es im Schnitt 8,1 Tonnen: ein Anstieg der Erträge von gut 2 Prozent pro Jahr. Zurückzuführen ist dieser kontinuierliche Anstieg auf Fortschritte bei der Saatgutzüchtung und dem Pflanzenschutz, optimierten Anbauverfahren und einer immer besseren Ausbildung der Landwirte.

Die ökologische (alternative, biologische) Landwirtschaft unterscheidet sich von der herkömmlichen Landwirtschaft durch weitgehend geschlossene Stoffkreisläufe und den Verzicht auf den Einsatz von Betriebsmitteln der Agrarchemie (Dünge-, Pflanzenschutzmittel und Pharmaka). In der Tierhaltung wird auf bestimmte Haltungsformen Wert gelegt. Die Gentechnik wird abgelehnt.

Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtfolge, Gründüngung und Wirtschaftsdünger erhalten. Tiere bekommen nur ökologisch erzeugte Futtermittel. Sie haben Auslaufmöglichkeiten. Außerdem sind die Größen für Stall- und Betriebsflächen vorgeschrieben.

Auf die ökologische Landwirtschaft, die sich in Deutschland seit den 70er Jahren als besonderer Wirtschaftszweig entwickelt hat, entfallen (2013) 23.271 Betriebe mit 1,06 Millionen ha, was 6,4 % der gesamten Fläche entspricht. Knapp die Hälfte dieser Betriebe hat sich in Anbauverbänden zusammengeschlossen (z. B. Bioland, Demeter, Naturland usw. mit jeweils eigenen Siegeln).

Für Produkte ökologisch wirtschaftender Landwirte gibt es neben Regeln und Kriterien der Ökoverbände auch eine EU-Verordnung mit einem eigenen Biosiegel. (Quelle: agrilexikon.de)

Gluten spielt eine wichtige Rolle in der Ernährung der Menschheit. Zugleich gilt es als Ursache einer Reihe von Krankheiten, Darmentzündungen und Allergien bis hin zu Autismus und Multiple Sklerose.

Gluten setzt sich zusammen aus Eiweißen der Prolamin- und Glutelin-Gruppen. Im Falle von Weizen sind dies Gliadin und Glutenin. Diese Eiweiße sind enthalten in den meisten Getreidesorten, allen voran Weizen, Dinkel und Roggen. Erst, wenn sie nass werden und sich verbinden, entsteht Gluten. Streng genommen enthält Getreide also kein Gluten, sondern nur dessen Grundbestandteile.

Für die Verzehrpraxis spielt dies keine Rolle. Essentiell ist es hingegen für die Verarbeitung, denn ohne Gluten sind die uns bekannten Backwaren praktisch unmöglich herzustellen: Durch Gluten entsteht zum Beispiel die Elastizität des Teigs, die so wichtig für den Großteil konventioneller Backwaren ist. Beim Kneten eines Getreidemehl-Teigs bilden sich lange Stränge, die stabil und flexibel zu gleich sind. So kann sich beim Backen die Luft ausdehnen und Blasen bilden, die für luftiges, leichtes Gebäck sorgen. (Quelle: www.urgeschmack.de/gluten/)

Getreide gehört bei uns zu den Grundnahrungsmitteln – schon seit dem Beginn des Ackerbaus vor mehr als 10.000 Jahren prägt es unsere Kulturlandschaften. Für deutsche Landwirte ist der Weizen die meist angebaute und damit wichtigste Getreideart, in absteigender Reihenfolge gefolgt von Gerste, Roggen, Mais, Triticale und Hafer. Und auch innerhalb dieser Getreidesorten gibt es weitere Unterscheidungen. So lässt sich zum Beispiel der Weizen aufteilen in Hartweizen, Emmer, Einkorn, Dinkel und Grünkern.

Die Nutzung von Getreide ist vielfältig: Allein in Deutschland isst jeder Bürger rund 76 Kilogramm Getreide in Form von Brot, Teig- oder Backwaren. Getreide ist für uns Menschen als Nahrungsmittel unverzichtbar. Wir nutzen Getreide auch als Futtermittel für unsere Tiere, dass wir meist unmittelbar vor unseren Hoftoren auf heimischem Boden anbauen. Darüber kommt Getreide für die Energieerzeugung  eine wesentliche Bedeutung bei: Wir nutzen es durch Biogas-Anlagen für die Stromgewinnung oder in Form von Bioethanol als Treibstoff.

(Quelle: www.bauernhof.net/die-getreidearten/)

Pflanzliche Erzeugung in Deutschland ist vielfältig: Neben dem Acker- und Gartenbau sorgen wir auch für den Anbau und die Ernte von Obst. Dabei prägt der Pflanzenbau nicht nur unsere Kulturlandschaften, sondern liefert auch die Grundlage für die meisten unserer Lebensmittel. Aus diesem Grund ist uns die nachhaltige Sicherung des Pflanzenbaus eine Herzensangelegenheit – denn so sichern wir unsere Ernährung und auch die kommender Generationen. 

Nicht jeder Boden ist gleich: Beim Anbau von Pflanzen bedarf es deshalb präziser Informationen über Nährstoffversorgung, Humusgehalte und Wasserspeicherung der Flächen. Damit wir den vielfältigen Pflanzenbau in unserer Region langfristig sicherstellen können, entwickeln und befolgen wir deshalb Maßnahmen, die auf den ermittelten Informationen über die Böden basieren. In jedem Fall aber setzen wir nur so viel Pflanzenschutzmittel und Dünger ein, wie notwendig sind, um die Gesundheit unserer Pflanzen und die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten. Nur so können wir langfristig einen nachhaltigen Pflanzenbau sicherstellen. Besonders am Herzen liegt uns dabei, die Reinheit des Grund- und Oberflächenwassers zu gewährleisten.

Getreide ist Bestandteil vieler Lebensmittel wie Brot, Teig- und Backwaren. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob und inwiefern Getreide gesund für den Menschen ist. Allgemein ist Getreide durch den hohen Stärkegehalt ein echter Energieträger, gleichzeitig enthalten  die Frucht- und Samenschalen im Korn wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe. Insbesondere in Vollkornprodukten wird das ganze Korn gemahlen, sodass die wichtigen Inhaltsstoffe der Schale im weiterverarbeiteten Mehl oder Schrot erhalten bleiben. An dieser Stelle muss jedoch festgehalten werden: Getreide ist nicht gleich Getreide. So gibt es die Getreidearten Roggen, Dinkel und Hafer, die glutenarm und nährstoffreich sind und gleichzeitig viele Vitamine liefern. Weizen hingegen hat weniger Nährstoffe und liefert viele Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel höher treiben als Zucker selbst. Grundsätzlich gilt deshalb: Wird Getreide möglichst ganz und unraffiniert verzehrt, bleiben alle wertvollen Nährstoffe erhalten. Doch auch wer ab und zu zu Nudeln oder Brot aus Weizenmehl greift, braucht sich keine Gedanken um seine Gesundheit zu machen, solange er unter keiner Unverträglichkeit leidet und sonst auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achtet.

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