Tierhaltung am Puls der Zeit


Tierhaltung zu betreiben heißt, Verantwortung zu übernehmen. Umfassende gesetzliche Vorgaben und Kontrollen geben hierbei bereits den Rahmen vor. Viele Landwirte können mit nachhaltigen Investitionen in den technologischen Fortschritt die Tierhaltung in ihren Betrieben noch weiter verbessern.
All das ersetzt aber noch nicht das persönliche Engagement. Denn wir verbringen täglich viel Zeit mit unseren Tieren und überzeugen uns davon, dass es ihnen gut geht. Und nur dann geht es auch uns gut. Auf diese Weise wirken wir bei der fortwährenden Weiterentwicklung des Tierwohls mit: bei Tag und auch bei Nacht. Wir machen Tierhaltung. Mit richtig viel Herz.

Schulterblick: So macht's Bauer Wortmann


Zahlen, Bitte!


Auf einem Bauernhof mit Schweinehaltung werden durchschnittlich 1089 Tiere gehalten. Die Entwicklung geht zu immer weniger Schweinehaltern mit immer größer werdenden Ställen.

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Automatische Fütterungssysteme nehmen immer mehr zu. 2015 sind etwa ein Sechstel aller Systeme weltweit in deutschen Betrieben installiert.

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In sechs verschiedenen Kategorien geben Sensoren in der Milchviehhaltung mittlerweile Aufschluss über tierspezifische Daten, immer mehr Werte kommen hinzu. Tiere außerhalb der Normbereiche fallen so unmittelbar auf.

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Auf den Punkt gebracht


Die Tiergesundheit erhält von Seiten der Landwirte einen immer höheren Stellenwert. So beziehen etwa Schweinemäster immer mehr Ferkel aus nur einem Ferkelerzeugerbetrieb und führen vor dem Aufstallen von Jungtieren eine intensive Reinigung und Desinfektion der Ställe durch.

Wenn Tiere dennoch krank werden, ist es die Pflicht von Tierärzten und Landwirten, sie adäquat zu behandeln. Im Falle bakterieller Erkrankungen kann es dann bei entsprechender Indikation durch den Hoftierarzt zum Einsatz von Antibiotika kommen. Diese müssen für die Tierhaltung zugelassen sein.

In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung deutlich reduziert. Mit insgesamt 1.230 Tonnen im Jahr 2014 kamen rund 27 % weniger Antibiotika zum Einsatz als noch drei Jahre zuvor.

In Deutschland gibt es neben den baurechtlichen Vorschriften, die die Wahl des Standortes und die Gestaltung wirtschaftlicher Gebäude betreffen, wichtige rechtliche Regelungen, die eingehalten werden müssen. So ist in der Deutsche Nutztierhaltungsverordnung beispielsweise genau geregelt, wie viel Platz Schweine für eine tiergerechte Unterbringung in ihrem Stall benötigen. Vorgeschrieben ist darüber hinaus die Zahl der Tränken, der Mindestlichteinfall oder der Zugang zu Beschäftigungsmaterial, das dem Erkundungsverhalten dient. Ähnliche Vorgaben gibt es für alle Tierarten. Den Haltungsvorschriften schließen sich darüber hinaus Vorgaben zur Luftreinigung an – vor allem für größere Tierhaltungsbetriebe.
Landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung werden in Westfalen-Lippe von den Kreisveterinärämtern überwacht. Sie haben beispielsweise Zutrittsrecht auf die Höfe. Daneben gibt es mit der Einrichtung „Qualität- und Sicherheit GmbH“ (QS) ein wichtiges Eigenkontrollsystem der Landwirtschaft. Seit 15 Jahren werden im Rahmen von QS regelmäßige Audits durchgeführt, wobei die Tierhaltung, die Dokumentation (z. B. der Tierbestände) sowie der Medikamenteneinsatz im gesamten Betrieb überprüft werden. Fast 100 % aller tierhaltenden Betriebe sind freiwillig Mitglied bei QS. Der Verlust der QS-Anerkennung hat für den Betrieb erhebliche finanzielle Folgen.
Als eine der Grundvoraussetzungen achten Landwirte darauf, dass ihre Tiere ausreichend und in guter Qualität Wasser und Futter erhalten. In geschlossenen Ställen kommt der Stallklimaführung zusätzlich eine hohe Bedeutung zu. So lässt sich beispielsweise verhindern, dass die Tiere Zugluft oder Schadgasen ausgesetzt sind. In der Schweinehaltung kann durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Schweinemästern und Ferkelerzeugern die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten reduziert werden. Gleichwohl lässt sich nicht gänzlich verhindern, dass es über den Menschen, gerade in der kalten und feuchten Jahreszeit, zu Krankheitsausbrüchen kommt – beispielsweise einer Influenza, vergleichbar mit einem grippalen Infekt.
Die typischen Futterpflanzen in Westfalen-Lippe sind in der Schweinehaltung Gerste, Weizen, Roggen sowie Mais und in der Rinderhaltung neben Getreide auch Gras bzw. Heu. Hinzu kommen Mineralien, Vitamine und eiweißreiches Futter wie etwa Sojaschrot, Ackerbohnen, Raps oder Lupinen. Die Nutztiere in Deutschland fressen 80 Mio. Tonnen Futter pro Jahr. Diese setzen sich zusammen aus 53 % Grün- und Trockenfutter (z. B. Heu) sowie Silagen aus Gras und Mais, 26 % Mischfuttermittel und 21 % hofeigenem Getreide sowie zugekaufter Einzelfuttermittel. Viele Futtermittel entstehen als Nebenprodukte der Ernährungswirtschaft, etwa aus Getreidemühlen, Ölmühlen, Zuckerfabriken, Molkereien oder Brauereien.
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